Tinnitus – das ständige Rauschen, Pfeifen oder Summen im Ohr
Veröffentlicht von Agnieszka See · Mittwoch 06 Aug 2025 · 3:00
Epidemiologie & Ursachen (westlich-medizinisch)
Häufigkeit & Risikogruppen:
- Ca. 10–15 Millionen Deutsche betroffen
- Am häufigsten zwischen 40 und 60 Jahren
- Häufig in Verbindung mit:
- Stress und Burnout
- Hörsturz oder Lärmtrauma
- HWS-Problemen (zervikogener Tinnitus)
- Schlafstörungen, Depression, Angstsymptomatik
- Medikamente (z. B. Kortison, Antidepressiva)
- Hörgeräte bei begleitendem Hörverlust
- Verhaltens- & Tinnitus-Retraining-Therapie
- Psychotherapie
- Schulmedizinisch bleibt Tinnitus jedoch häufig symptomatisch unbehandelbar.
TCM bei Tinnitus – Eine energetische Sichtweise
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt das Ohr als „Öffnung der Niere“ – der Funktionskreis Niere ist zentral für das Gehör, besonders im Alter. Auch Leber und Herz spielen eine Rolle, insbesondere bei emotionaler Beteiligung, Stress oder Schlafmangel.
- Aufsteigendes Leber-Yang / Leber-Feuer --> plötzlich, schrilles Pfeifen, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit --> Leber kühlen, Yang senken, Feuer klären
- Nieren-Yin-Mangel --> chronischer, hoher Ton, Nachtschweiß, Lumbalschwäche --> Yin nähren, Leere-Hitze klären
- Milz-Qi-Schwäche mit Schleim-Blockade --> dumpfer Ton, Völlegefühl im Kopf, Müdigkeit --> Milz stärken, Schleim transformieren
- Blut-Stagnation im Ohrbereich --> pulsierender Ton, oft nach Trauma oder Schleudertrauma --> Blut bewegen, Stagnation auflösen
- Herz-Feuer stört den Shen --> Schlaflosigkeit, Nervosität, Geräusche + Herzklopfen --> Herz kühlen, Shen beruhigen
Akupunktur bei Tinnitus
Ziel der Akupunktur ist es, den Qi-Fluss zu harmonisieren, Blockaden zu lösen, Hitze auszuleiten und Yin zu nähren.
- SJ 17 (Yifeng) lokal am Ohr, bewegt Qi
- GB 2 (Tinghui) leitet Hitze aus dem Ohr
- LV 3 (Taichong) senkt aufsteigendes Leber-Yang
- KD 3 (Taixi) nährt Nieren-Yin
- HT 7 (Shenmen) beruhigt das Herz, Schlaf
- SI 19 (Tinggong) reguliert Ohrbereich
Selbsthilfe & Lebenspflege (Yang Sheng)
✅ Stressmanagement: Meditation, Atemtherapie, Achtsamkeit
✅ Qi Gong oder Tai Chi zur Leber-Qi-Harmonisierung
✅ Schlafrhythmus stabilisieren
✅ Digital Detox (keine ständige Geräuschkulisse)
✅ Ohrmassagen (Lobulus und Punkte SI 19 & SJ 21)
Tinnitus ist nicht nur ein Ohrgeräusch, sondern ein Alarmsignal des gesamten Systems. Mit der Kombination aus
Naturheilkunde, TCM, Akupunktur, Kräutern, Ernährung und Lebenspflege lässt sich der Leidensdruck oft deutlich lindern – besonders, wenn körperliche und emotionale Aspekte gemeinsam betrachtet werden.
Wang, L. et al. (2020): Efficacy of acupuncture for tinnitus, Evidence-Based Complementary Medicine
Maciocia, Giovanni (2015): The Practice of Chinese Medicine, Elsevier
Sataloff RT (2017): Tinnitus: Diagnosis and Treatment, Plural Publishing
Deutsche Tinnitus-Liga e. V.: www.tinnitus-liga.de
Frontiers in Neuroscience (2022): Acupuncture for tinnitus: A meta-analysis of clinical trials
Konventionelle Therapieoptionen / Naturheilkundlicher Blick auf Tinnitus
Die Naturheilkunde versteht Tinnitus als Ausdruck einer Regulationsstörung, oft ausgelöst durch eine Kombination aus körperlichen, emotionalen und energetischen Faktoren.
Mögliche naturheilkundliche Ursachen:
- Chronischer Stress --> Sympathikus-Dominanz, innere Unruhe, vegetatives Ungleichgewicht
- Durchblutungsstörung im Innenohr --> Mikrozirkulationsdefizit, besonders bei älteren Menschen
- Stoffwechselbelastung & Toxinüberlastung --> Umweltgifte, Schwermetalle, oxidativer Stress
- Störungen der Halswirbelsäule --> Atlasfehlstellung, muskuläre Verspannungen, Kiefergelenksprobleme (CMD)
- Hormonelle Dysregulation --> Wechseljahre, Schilddrüsenprobleme
- Darm-Hirn-Achse --> Leaky Gut, Dysbiose, systemische Entzündung
Naturheilkundliche Therapieansätze bei Tinnitus
- Ginkgo biloba: verbessert Durchblutung im Innenohr, antioxidativ
- Weißdorn: Herz-Kreislauf-stabilisierend
- Lavendel, Passionsblume, Melisse: vegetativ entspannend
- Mariendistel, Artischocke: Leber entlastend
- Magnesium: wirkt stressregulierend, stabilisiert Nerven
- B-Vitamine (B1, B6, B12): für Nervenleitung, Energiehaushalt
- Zink & Coenzym Q10: antioxidativ, membranstabilisierend
- Omega-3-Fettsäuren: entzündungsmodulierend
- Leberunterstützung: z. B. mit Bitterstoffen, Löwenzahn
- Schwermetallausleitung: mit Chlorella, Koriander, Bärlauch
- Darmreinigung: bei Leaky-Gut-Symptomatik
- Craniosacrale Osteopathie: Regulation des cranialen Rhythmus
- CMD-Therapie (bei Kiefergelenksbeteiligung)
- Dorn-Breuss-Therapie
- Atlas-Therapie bei zervikogenem Tinnitus
- Quaddelung im Bereich C1–C3, Ohrsegment, vegetatives Nervensystem
- Segmenttherapie zur Reizmodulation
Tinnitus ist oft behandelbar, insbesondere wenn körperliche, emotionale und energetische Aspekte gemeinsam berücksichtigt werden.
Akupunktur (insbesondere Skalp-Techniken), TCM-Kräutertherapie, Naturheilkunde und Lebensstilinterventionen bilden ein starkes ganzheitliches Konzept.
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